Zurück Start Höher Weiter

Wie du geboren wurdest (9)

Lebensfeindlichkeit

Wer seinen mörderischen Hass, der in seinen ersten Lebensjahren verursacht wurde,
nicht auflösen kann, wird ihn bei jeder sich bietenden Gelegenheit auf andere übertragen.

Wie traurig ist es, keinen Freund und nur Feinde zu haben. Ist das wirklich so? Ist das Leben ein Kampf? Anerkannte Forscher vertreten die Ansicht, dass die Anpassungsfähigkeit des Lebewesens für die Selektion entscheidend ist. Haben wir Menschen so große Anpassungsschwierigkeiten? Wohl kaum. Woran liegt es, dass täglich auf unserem Planeten getötet, gemordet und gefoltert wird, dies meistens auf Befehl einer 'höheren' Instanz? Die Opfer oder Feinde werden als 'bösartig' oder 'schädlich' bezeichnet und oft ohne nähere Begründung der Vernichtung preisgegeben. Sind das Sold-Taten auf Rechnung und Verantwortung anderer Menschen oder Mächte, die jedermann auszuführen bereit ist? Oder braucht es dazu bestimmte Gründe? Gründe, andere Menschen umzubringen, kann es so viele geben, wie es Menschen gibt. Glücklicherweise haben nicht alle Menschen eine Lebensgeschichte, die es ihnen 'ermöglicht', andere Menschen auf Befehl ohne eigene Not umzubringen. Menschen, die eine andere Geschichte haben, wollen nicht töten, auch dann nicht, wenn man es ihnen befiehlt. Sie haben sogar Skrupel, in Notwehr zu töten. Was sind denn die Hintergründe, die einen Menschen zum Töten 'befähigen'?

Es ist die in der Kindheit erzeugte Lebensfeindlichkeit, die Todessehnsucht und Tötungslust zur Folge hat. Das Leben wurde diesen Kindern derart 'ver-leidet', dass sie nur darauf warten, ihre Lebensfeindschaft auszuleben und sich für die Zumutung, so 'leben' zu müssen, zu rächen. Ihre eigene Furcht und die Angst vor der Vergeltung halten sie zurück. Doch wehe, sie bekommen Macht. Die Handlungen der Massenmörder unseres Jahrhunderts (z.B. Hitler oder Stalin) sind bekannt. Über die Entstehung ihrer Destruktivität ist aber meist noch nicht viel ins allgemeine Bewusstsein gelangt. Jedenfalls spricht man öffentlich noch kaum davon. Dabei wäre es doch wichtig, sich über die Fehlentwicklung dieser Menschen zu Monstern zu orientieren, um zu lernen, in Zukunft diese Gefahren und dieses sinnlose Leiden zu verhindern. Sich mit solchen Monstern befassen zu müssen ist nicht angenehm, besonders dann nicht, wenn man dem eigenen 'Monsterchen' begegnen muss. Viele Erdenbürger werden am Lebensanfang gequält, so dass auch in vielen von uns ein kleiner oder größerer Quälgeist anzutreffen ist. Im Fall, dass das Monster in uns so groß ist wie der böse Geist in der Flasche, so dass er seine Behausung, die Flasche, beinahe zersprengt, wenn er sich ausdehnt, wird es gefährlich. Der Betreffende ist für sich selbst und für andere eine latente Gefahr. Der Korken muss ganz fest sitzen, damit der Ungeist der Zerstörung nicht, sobald die Flasche offen ist, entweicht und zum Riesenmonster wird.

Die tobende Verzweiflung einst misshandelter Kinder richtet sich gegen alles und jeden. "Ich müsste die ganze Welt zerstören aus Wut", lauten die Bekenntnisse Misshandelter. Zorngeladen und todwütend, das sind zu schwache Worte, um den Zustand eines Menschen, der mit einer latenten Todessehnsucht und Lebensfeindlichkeit durchs Leben geht, zu beschreiben. Wer seinen mörderischen Hass, der in seinen ersten Lebensjahren verursacht wurde, nicht auflösen kann, wird ihn bei jeder sich bietenden Gelegenheit auf andere übertragen. Oder er wird, indem er krank wird, selbst zum Opfer. Er wird durch eine zerstörerische Krankheit auf dem Altar der Eltern enden, denn "nur ein totes Kind ist ein liebes Kind". Die unbewusste Todessehnsucht bestimmt so manches Schicksal.

"Die Mörder sind unter uns" ist nicht nur ein Filmtitel, es ist die Alltagsrealität. Mörder werden 'gemacht' und auf die Menschheit losgelassen. Wer Kinder zu latenten Mördern erzieht, muss ein Verächter der Menschen sein.