Zurück Start Höher Weiter

Was Kinder brauchen (6)

Sozialkompetenz

Soziales Miteinander will gelernt sein. Ohne Sozialkompetenz ist das Leben des einzelnen Menschen und einer Gemeinschaft undenkbar. Kinder sind von Geburt an soziale Wesen und wollen sich lernend in menschliche Beziehungsverhältnisse einleben. Diese Lernprozesse beginnen in der Familie und setzen sich im Kindergarten fort. Doch immer mehr Kinder wachsen z.B. in 'Ein-Kind-Familien' auf, oft nur mit einem Elternteil. Dadurch sind ihre sozialen Übungsfelder begrenzt. Der Kindergarten muss daher mehr denn je Grundlagen für soziale Erfahrungsfelder schaffen. Im sozialen Miteinander geht es immer darum, die Interessen, Wünsche, Bedürfnisse des Einzelnen in ein Verhältnis zur sozialen Gemeinschaft zu bringen. Dabei muss sowohl der einzelne Mensch sich mit seinen Fähigkeiten und Intentionen einbringen können (Gestaltungsraum), um aus einem verantwortlichen Freiheitsimpuls heraus Gemeinschaft zu schaffen, in der andererseits möglichst die Belange aller ihren Platz haben. Dazu sind Regeln, Verabredungen und Vertrauen erforderlich. Kinder brauchen Gemeinschaften, in denen sie möglichst viele dieser sozialen Lebensregeln lernen und sich an ihnen orientieren können.
 

Der Waldorfkindergarten ist ein solcher orientierender Lebensraum. In ihm lernen die Kinder, dass es Regeln gibt sowie einen Struktur gebenden Tages- und Wochenrhythmus bis hin zu klaren Aufgabenverteilungen für die einzelnen Kinder und die Gruppe (etwa aufräumen oder Tisch decken). Sie lernen dabei auch, Verantwortung zu übernehmen und den dabei entstehenden eigenen Gestaltungsraum zu nutzen – und gleichzeitig üben sie sich in praktischen Tätigkeiten.
 

Methodische Hinweise: Gegenseitiges Helfen und Achten etwa in altersgemischten Gruppen; Aufgaben übernehmen wie spülen, aufräumen, Blumen gießen; soziale Orientierung durch das Hören von sinnvollen Geschichten; Rollenspiele wie Vater-Mutter-Kind, Feuerwehr, Krankenhaus, Kaufladen; geben, nehmen und teilen lernen; die Mitarbeit der Eltern im Kindergarten erleben, z.B. beim Reparieren von Spielzeug, bei Festen und Feiern oder Renovierungsarbeiten; Üben von Konfliktlösungen, z.B. sich entschuldigen lernen.