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Was Kinder brauchen (5)

Phantasie- und Kreativitätskompetenz

Der Widerspruch ist allgegenwärtig: Um uns herum ist immer mehr genormt, vorgefertigt und festgelegt. Auf der anderen Seite ist menschliche und gesellschaftliche Entwicklung ohne Phantasie und schöpferische Kreativität kaum denkbar. Doch sind wir dazu bald überhaupt noch fähig? Wie erwerben und erhalten wir diese Kompetenz? Wenn vom späteren Erwachsenen zu Recht Ideenreichtum, seelisch-geistige Beweglichkeit und Phantasie bei der Lebensgestaltung und in der Arbeitswelt gefordert wird, so müssen diese Fähigkeiten im Kindergartenalter angelegt werden. Alles Phantasievolle, alles Künstlerische weitet die Seele und das Bewusstsein des Menschen.
 

Im Waldorfkindergarten nimmt die Entwicklung und Pflege der kindlichen Phantasiekräfte ganz konkrete Gestalt an. Da gibt es besonders viele noch nicht genormte und kaum fertig ausgestaltete Spielsachen, die die schöpferischen Kräfte der Kinder anregen. Erzählte Geschichten animieren die Kinder, das Gehörte in spielende Kreativität umzusetzen und zu verwandeln. Tägliche Spielzeiten geben die erforderliche Zeit, damit die Kinder ausgiebig, mit Konzentration und immer wieder sich entzündender Schaffensfreude tätig werden können.
 

Methodische Hinweise: Spielzeug und Spielmaterialien, die phantasieanregend, d.h. freilassend gestaltet sind, wie Steine, Bretter, Hölzer, Tücher; regelmäßige Spielzeiten im Wald oder Garten; vielseitige Spiel- und Gestaltungssituationen, z.B. Rollenspiele, Puppenspiele; angeleitete Freispiele; Handwerke nachspielen, z.B. Schuster, Schreiner, Schneider, d.h. so genannte 'Urtätigkeiten' spielend kennen lernen und ein Verhältnis dazu entwickeln; anregende Geschichten hören und spielend umsetzen.