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Was Kinder brauchen (4)

Sprachkompetenz

Denken und Sprechen sind eng miteinander verbunden. Nur mit der Sprache können wir das Gedachte ausdrücken, unsere Gefühle zum Ausdruck bringen, allen Dingen in der Welt einen Namen geben und miteinander ins Gespräch kommen. Doch dieses Instrument bedarf der frühen, aktiven und sorgfältigen Pflege. Kinder lernen sprechen in einer sprechenden Umgebung. Dabei kommt es in erster Linie auf das menschliche Beziehungsverhältnis zwischen Sprechendem und Hörendem an. Das sprachliche und seelisch warme Verhältnis zwischen Kind und Erwachsenem bildet den Nährboden für eine gute und differenzierte Sprechweise. Wann Kinder zu sprechen beginnen ist individuell verschieden. Alle brauchen aber gute sprachliche Vorbilder im Erwachsenen, um in die Sprache hineinzuwachsen.
 

Im Waldorfkindergarten haben Lieder, Geschichten, Verse, Fingerspiele und Reime einen großen Stellenwert. Denn spielerisch lernen die Kinder so die Sprache und beheimaten sich in ihr. Die Sprechweise der Erzieherinnen sollte dabei liebevoll, klar, deutlich und bildhaft sein – und der Alterstufe angemessen. Die so genannte Babysprache wird deshalb hier nicht zu finden sein, ebenso wenig wie abstrakte Erklärungen.
 

Methodische Hinweise: Gute sprachliche Vorbilder; deutliche, wortreiche und bildhafte Sprache, Lieder, Verse, Fingerspiele, Reime; fach- und sachgerechtes Benennen der Gegenstände, z.B. der Namen von Pflanzen und Tieren; tägliches Erzählen oder Vorlesen von sinnvollen Geschichten, Märchen u.ä.; Kinder aussprechen lassen, nicht sprachlich korrigieren; Zeit zum Zuhören nehmen – daraus entsteht Lesefreude und Lesefähigkeit.