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Was Kinder brauchen (3)

Sinnes- und Wahrnehmungskompetenz

Virtuelle Welten breiten sich aus. Sie gaukeln uns Qualitäten vor, die real so nicht vorhanden sind. Um nicht auf diese Trugbilder hereinzufallen, müssen wir uns mehr denn je auf unsere Sinne verlassen können, brauchen wir eine erhöhte Wahrnehmungskompetenz. Unsere Kinder brauchen ein waches Bewusstsein für das, was um sie herum geschieht, was mit ihnen geschieht. Das entwickelt sich mit dem Vertrauen in die eigene Wahrnehmungskraft. Deshalb brauchen sie in dieser Zeit verlässliche, unverfälschte Eindrücke. Auch die später erforderliche Medienkompetenz erfährt hier eine pädagogische Grundlegung. "Medienkompetenz", so entwickelt der amerikanische Computerexperte Joseph Weizenbaum, "bedeutet die Fähigkeit, kritisch zu denken. Kritisch zu denken lernt man allein durch kritisch verarbeitendes Lesen, und Voraussetzung hierfür ist eine hohe Sprachkompetenz."
 

Im Waldorfkindergarten sollen die Kinder deshalb zuerst einmal die reale Welt mit ihren Sinnen entdecken und erforschen können und dabei einfache, wahrnehmbare Zusammenhänge kennen und verstehen lernen. Auf diese Weise, gepaart mit der eigenen Entdeckerfreude, erfahren sie allmählich auch elementare Naturgesetze. Solche grundlegenden Voraussetzungen sollten zumindest vorhanden sein, bevor Kinder sich dann kompliziertere Zusammenhänge erschließen. Computer oder Fernseher bereits im Kindergarten fördern deshalb keineswegs die später erforderliche Medienkompetenz.
 

Methodische Hinweise: Pflege der menschlichen Sinne, besonders von Tastsinn, Gleichgewichtssinn, Eigenbewegungssinn, Lebens- oder Wohlbehagenssinn, Geschmacksinn, Hörsinn, Sehsinn, Wärme-Kälte-Sinn; proportional harmonisch gestaltete Räume, wohltuende Abstimmung von Farben und Materialien; gesund und naturnah produzierte Lebensmittel, Echtheit der Materialien und keine Sinnestäuschungen (sieht so aus wie Holz, ist aber Plastik).