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Was Kinder brauchen (2)

Körper- und Bewegungskompetenz

Wissenschaftler und Lehrer haben bei mehr als der Hälfte der Erstklässler Haltungsschäden, Übergewicht oder Gleichgewichtsstörungen festgestellt. Viele Kinder leiden unter Bewegungsmangel, ihre Grob- und Feinmotorik ist unzureichend entwickelt. Da kündigt sich nicht nur ein Problem für die Krankenkassen an, sondern auch für die Gesellschaft: Die seelische und geistige Befindlichkeit des Menschen korrespondiert mit seiner körperlichen Beweglichkeit. Wer sein körperliches Gleichgewicht nicht halten kann, bekommt eher Probleme mit der seelischen Balance. Auch beeinflusst die Fähigkeit sich zu bewegen ganz entscheidend den Spracherwerb. Etwas begreifen und darauf zugehen zu können prägt die Wahrnehmung, weitet den Erfahrungshorizont des Kindes und aktiviert den Sprachentwicklungsprozess. So bereiten sich Kinder, die sich aktiv und vielseitig zu bewegen lernen, auch auf eine immer qualifiziertere Denktätigkeit vor.
 

Im Waldorfkindergarten wird deshalb besonders darauf geachtet, dass die Kinder sich vielseitig bewegen: regelmäßige Spaziergänge oder spielen und arbeiten im Garten gehören ebenso in dieses Spektrum wie Reigen- oder Fingerspiele und Handarbeiten (etwas Nähen oder Weben).
 

Methodische Hinweise: Körperwahrnehmung, Körpergefühl und die Grob- und Feinmotorik entwickeln sich z.B. beim Laufen, Klettern und Seilhüpfen, beim Reigen, bei Spiel und Arbeit im Garten oder in der Küche, beim Spielen einfacher Musikinstrumente, bei Arbeiten an der Werkbank (Herstellen von einfachen Gegenständen, z.B. einem Vogelhäuschen).