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Auf der Suche nach dem verlorenen Glück (23)

Erfüllung durch Vollendung der einzelnen Lebensphasen wie von der Evolution bestimmt

Wenn man so lebt, wie es die Evolution bestimmt hat, verläuft die eigene Lebensgeschichte ganz anders. Die Wünsche der Säuglingszeit weichen jenen der aufeinander folgenden Phasen der Kindheit, und jede erfüllte Reihe von Wünschen macht der nächstfolgenden Platz. Das Verlangen zu spielen schwindet dahin, das Verlangen zu arbeiten wird mit dem Erwachsenwerden zunehmend stärker. Ist das Verlangen erfüllt, ein anziehendes Mitglied des anderen Geschlechts zu finden und mit ihm zu leben, so erweckt es das Verlangen, für den Partner zu arbeiten und gemeinsam Kinder zu haben. Mütterliche und väterliche Triebkräfte entwickeln sich den Kindern gegenüber. Das Bedürfnis, mit Gleichgesinnten Umgang zu pflegen, wird von der Geburt bis zum Tode erfüllt. Wenn das Bedürfnis von Erwachsenen in den besten Jahren, ihre Pläne anzupacken und durchzuführen, erfüllt ist und das Alter die körperlichen Kräfte zu vermindern beginnt, meldet sich das Verlangen, die Seinen erfolgreich zu sehen, das Verlangen nach Frieden, nach geringerer Abwechslung an Erfahrung, nach dem Gefühl, dass die Dinge den Lebenszyklus mit weniger Hilfe durch einen selbst durchlaufen und schließlich ohne jede Hilfe, wenn das letzte Verlangen in der Wunschfolge des Lebens erfüllt ist und nur noch der Wunsch auszuruhen, nichts mehr zu wissen, aufzuhören, an seine Stelle tritt.

In jeder Phase, die fest auf der Vollendung der vorangehenden Phasen gegründet ist, erfährt der Reiz des Verlangens seine vollständige Reaktion. Es besteht daher kein echter Vorteil der Jugend gegenüber dem Alter. Jede Lebensphase hat besondere Freuden; nachdem man jede Wunschfolge aufgegeben hat, wenn sie ihren Weg gegangen ist, kann es keinen Grund dafür geben, die Jungen zu beneiden, noch sich irgendein anderes Alter als das eigene zu wünschen, mitsamt den Freuden, die es mit sich bringt – bis zum Tode und diesen eingeschlossen.