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Auf der Suche nach dem verlorenen Glück (8)

Babies erwarten und benötigen Aktion zum Zwecke ihrer Entwicklung.

Wie können wir etwas über das Leben des Kleinkinds im Kontinuum bzw. Nicht-Kontinuum erfahren? Wir können damit beginnen, dass wir Menschen beobachten, die glücklich und harmonisch zusammenleben, wie viele Indianer- und Eingeborenenstämme in Dschungelregionen abseits jedweder Zivilisation, und dann Mitglieder unserer eigenen Kulturen wieder mit mehr Aufmerksamkeit betrachten. Die Welt der Säuglinge in Steinzeitkulturen unterscheiden sich von der der Kleinkinder in zivilisierten Kulturen wie Tag und Nacht.

Die Kontinuumkinder werden von Geburt an überallhin mitgenommen. Noch ehe die Nabelschnur abgefallen ist, ist das Leben des Säuglings bereits voller Anregungen. Meist schläft er, doch schon im Schlaf gewöhnt er sich an die Stimmen seiner Angehörigen, an die Geräusche, die mit ihren Handlungen verbunden sind. Der Säugling selbst tut in der Frühphase des Getragenwerdens sehr wenig, doch ihm wird eine Vielzahl und Vielfalt von Erfahrungen zuteil durch seine Abenteuer in den Armen eines beschäftigten Menschen.

Die ersten Lebenserfahrungen betreffen vorwiegend den Körper einer beschäftigten Mutter, Alltagsverrichtungen sind Ausgangspunkte für das Baby, den Rhythmus eines aktiven Lebens zu übernehmen. Dieser Rhythmus wird zu einem Charakteristikum seiner Umwelt und bleibt mit der wohltuenden „Richtigkeit“ des eigenen Selbst assoziiert, da er in der Phase des Getragenwerdens erworben wurde.

Wird ein Baby überwiegend von jemandem getragen, der nur still dasitzt, so wird ihm dies nicht helfen zu lernen, wie Leben und Aktion beschaffen sind, obwohl es sicherlich negative Gefühle von Verlassen- und Getrenntsein und viel von der schlimmsten Qual ungestillten Verlangens von ihm fernhält. Die Tatsache, dass Babies die Menschen aktiv auffordern, sie zu erregen, zeigt, dass sie Aktion zum Zwecke ihrer Entwicklung erwarten und benötigen. So wie die Bedingungen sind, unter denen seine Gattung sich entwickelte, wirken nur völlige Stille oder ein länger andauernder Mangel an Veränderung in den Sinnesreizen beunruhigend.

Wenn er aus irgendeinem Grund doch zu weinen beginnt, während mehrere Erwachsene in ein Gespräch vertieft sind, zischt seine Mutter sanft in sein Ohr, um ihn abzulenken. Hilft das nicht, so trägt sie ihn weg, bis er ruhig ist. Sie setzt nicht ihren Willen gegen den des Kindes, sie schließt sich gemeinsam mit ihm aus, ohne ihm irgendein Urteil über sein Benehmen oder Missfallen über die Störung zu erkennen zu geben.